PNP 20.06.16: "Weltcafé": Ein Ort internationaler Begegnungen

Veröffentlicht am 24.06.2016 in Soziales & Familie

Vermieter Robert Huber übergab an Initiatorin Elfi Jung einen überdimensionalen Schlüssel aus Laugengebäck. Foto: Aßmann

Rein ehrenamtliches Projekt will Brücken zwischen Einheimischen und Flüchtlingen bauen

 

Winhöring. "Welcome to all" ist auf einer kleinen Schiefertafel zu lesen. Die Einladung ist wörtlich zu verstehen: Im "Weltcafé" in Winhöring sind alle Generationen, Kulturen und Nationen willkommen. Nach knapp zweimonatiger Vorbereitungszeit öffnete der neue Treffpunkt an der Oberen Hofmark 8 am Wochenende seine Pforten.

Der kleine Raum strahlt eine heimelige Atmosphäre aus. Die Einrichtung ist in hellen Farben gehalten. Ein bequemes Ledersofa, gemütliche Korbsessel, Bücherregale, ein Schachspiel, ein Tischkicker, der in einen winzigen Billardtisch umfunktioniert werden kann, sowie eine kleine Spielecke für die jüngsten Gäste laden zum Verweilen ein.

Viele Jahrzehnte war in der Oberen Hofmark 8 die Schusterwerkstatt Schaumeier beheimatet. Als der Betrieb vor 29 Jahren auszog, stand der Raum im Herzen des Ortskerns immer wieder für lange Zeit leer. "Jetzt lebt ein Stück alte Winhöringer Geschichte auf", freute sich Marianne Schaumeier, die mit vielen anderen Gästen die Eröffnung des "Weltcafés" feierte. Für die musikalische Umrahmung sorgte Viktor Ipatov, der internationales Liedgut auf der Gitarre darbot.

Federführend hinter dem rein ehrenamtlichen Projekt stehen Elfi Jung und der Helferkreis für Asylbewerber. "Immer wieder kam der Wunsch nach einem zentral gelegenen Raum auf, in dem man sich treffen, in dem man feiern kann. Einen besseren Standort kann es für eine solche Begegnungsstätte nicht geben", erzählte die Initiatorin. Den Namen "Weltcafé" steuerte Ehemann Josef bei; auch wenn sich Elfi Jungs Begeisterung darüber zunächst in Grenzen hielt. "Weltcafés gibt es viele. Aber die Welt eint etwas, nämlich die interkulturelle Bewegung. Und genau die soll in diesem Raum stattfinden. Hier sollen sich verschiedene Generationen, Nationen und Kulturen begegnen, austauschen und voneinander lernen. Das erweitert den Horizont und baut Vorurteile ab", betonte Jung.

Gleichzeitig wolle man mit dem "Weltcafé" an die Tradition der ersten Kaffeehäuser im osmanischen Reich anknüpfen. Dort saßen Vertreter aller Gesellschaftsschichten und Altersgruppen in gemütlicher Runde zusammen, um gemeinsam zu lesen und angeregt miteinander zu debattieren.

Viele fleißige Hände haben in den vergangenen zwei Monaten angepackt, um die Idee in die Realität umzusetzen. Für die große Schar an Helfern und Spendern nannte Elfi Jung stellvertretend Ottilie Unterreiner, Klaus Mattern, Christine Schwanthaler, Märta Zankl-Becker, Franz Sachseneder, Isolde Weißl und Josef Jung.

Bürgermeister Hans Daferner begrüßte das ambitionierte ehrenamtliche Engagement. "Die Einrichtung ist ein großer Beitrag zur Integration und für die Gemeinschaft innerhalb unserer Kommune. Es wäre wünschenswert, wenn die Idee gut angenommen wird und der Raum stets mit Leben erfüllt ist", verlieh der Rathauschef seiner Hoffnung Ausdruck.

Asylbeauftragter Josef Weißl gab einen kurzen Abriss über die Aufgaben des Helferkreises, der sich rührend um die rund 75 Flüchtlinge im Gemeindegebiet kümmert. "Das Café ist eine erfreuliche Initiative und stellt einen zentralen Treffpunkt für Einheimische, unsere Gäste aus aller Herren Länder, Jung und Alt dar", bekräftigte Weißl, verschwieg aber auch nicht, dass es komplex sei, die Asylbewerber an das "Weltcafé" heranzuführen. Tagsüber seien die Gäste in zahlreiche Maßnahmen eingebunden, so dass freie Zeit oft nur an den Abenden oder an den Wochenenden zur Verfügung stünde. Als weitere Attraktion für das "Weltcafé" wünschte sich Weißl einen Billardtisch. "Über Sport und Spiel lernt man sich am schnellsten kennen. Billard ist eine Sportart, die verbindet. Man kann miteinander spielen, ohne dass man die Sprache seines Gegenübers verstehen muss", sagte er.

Vermieter Robert Huber, der die obligatorische Schlüsselübergabe vornahm, stand dem Projekt von Elfi Jung von Anfang an positiv gegenüber. "Der Name Jung bürgt für Qualität", sagte Huber und erinnerte lebhaft an den Volksschullehrer Josef Jung. "Alle in der Familie Jung sind caritativ und wohltätig engagiert", so der Vermieter weiter: "Von euch kann man nur lernen. Ihr wartet nicht, bis die Politik etwas vorgibt, sondern ihr ergreift ungefragt und ehrenamtlich die Initiative."

Das "Weltcafé" ist 14-tägig freitags von 14.30 bis 17 Uhr geöffnet. Monatlich wird ein wechselndes Veranstaltungsprogramm angeboten. Am Freitag, 24. Juni, findet ab 18.30 Uhr ein Karten- und Spieleabend für Senioren statt. Am Sonntag, 10. Juli, treffen sich Interessierte von 10 bis 12 Uhr zu einem interkulturellen Frühstück. Der Raum kann darüber hinaus für Vorträge, Familienfeiern etc. auch von Winhöringer Vereinen und Bürgern genutzt werden.
- mia

 
 

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