PNP 14.12.17: Trinkwasserqualität bewegt Bürger

Veröffentlicht am 16.12.2017 in Umwelt

Viele Interessierte beim Bürgerdialog – Im Ort Mehring sind PFOA und Nitrat kein Problem

Mehring. Die Trinkwasserkommission des Bundesministeriums für Gesundheit bezieht zur Belastung des Trinkwassers durch Perflurierte Tenside (PFT) mit den Leitsubstanzen Perfluoroctansäure (PFOA) und Perfluoroctansulfonsäure (PFOS) eindeutig Stellung, so Dr. Holger Lundt beim 2. Bürgerdialog des SPD-Ortsvereins Mehring am Donnerstagabend in der Sportgaststätte.

Auch wenn PFOA im Großteil Mehrings kein Thema ist, begrüßte der Mehringer SPD-Ortsvorsitzende Kilian Maier zu der Veranstaltung über 60 Zuhörer, darunter auch Mehrings Bürgermeister Josef Wengbauer und 3. Bürgermeister Peter Bansen.

Zusätzlich zum Minimierungsgebot empfiehlt die Trinkwasserkommission ein Human-Biomonitoring von Blutproben exponierter Bevölkerungsgruppen, die Zugang zu belastetem Trinkwasser hatten. Solche Untersuchungen sind eine wichtige Voraussetzung für wissenschaftliche Risikobewertungen auf individueller Basis. Das war eine der Kernaussagen von Dr. Holger Lundt an dem Abend.

Seit November 2016 sind zwar die mit PFOA belasteten Brunnen im Forst Kastl vom Netz, deren Wasser über die Wasserversorgung Burgkichen in die Mehringer Ortsteile Eschlberg, Hintermehring, Hohenwart und Öd gelangte, aber nun beziehen die Wasserwerke der Gemeinde Burgkirchen ihr gesamtes Wasser aus den Brunnen in Raitenhaslach, das zwar keine PFOA-Belastung aufweist aber so hoch mit Nitrat belastet ist (ca.43 mg/l), dass es Säuglingen und Kleinkindern nicht zum Trinken verabreicht werden sollte. Die Mehringer Ortsteile Niederholz, Badhöring, Lengthal und Unghausen werden mit Wasser von der Wasserversorgung der Stadt Burghausen versorgt, das aus dem Weilhartforst stammt und gute Werte aufweist. Der Ort Mehring selbst wird durch den Wasserbeschaffungsverband Mehring mit Trinkwasser, das aus zwei Tiefbrunnen mit 130 Meter und 210 Meter Tiefe stammt, versorgt. PFOA- und Nitratbelastung spielen hier keine Rolle.

Die vielen Fragen in der an den Vortrag anschließenden Diskussion kreisten um die Unbedenklichkeit des Trinkwassers in der Gemeinde Mehring, im Besonderen in den von den Wasserwerken Burgkirchen versorgten Ortsteilen. Eine zentrale Forderung war auch eine Kehrtwende der Informationspolitik des Landratsamtes dazu. Die Diskussionsteilnehmer forderten transparente, schonungslose und offene Informationen und kein Zurückhalten oder Beschwichtigen. Mehrings Bürgermeister Josef Wengbauer warnte dennoch vor Panikmache. Der Burghauser Umweltreferent Gunter Strebel appellierte an alle Verantwortlichen, dass die Versorgung von unbelastetem Trinkwasser existenziell sei. Mehrings Naturschutzbeauftragter Michael Müller appellierte dazu, auf die Zeichen der Natur zu achten. Das bereits im vollem Umfang einsetzende Artensterben sei ein eindeutiges Zeichen, dass wir Grund und Boden und unser Wasser zu sehr belasten und hier eine Umkehr nötig sei.
- mf

 
 

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