PNP 10.03.15: Wenn Frauen mit ihren Familien feiern

Veröffentlicht am 16.03.2015 in Familie

Multikulturelles Fest zum Internationalen Frauentag als Spiegel einer lebendigen Gemeinschaft

Burghausen. Wie ein schillernder Regenbogen leuchtete das 10. Multikulturelle Frauenfest am Sonntag: Mit einer musischen Reise rund um die Welt führten Gruppen aus dem Landkreis Altötting in ihre Heimatländer und brachten singend und tanzend Lebenslust in den voll besetzten Bürgersaal. Die Politik blieb an diesem Tag im Hintergrund, lediglich Begrüßungsworte flankierten die Darbietungen.

Bereits seit 18 Jahren organisieren Dagmar Wasserrab und ihre Kolleginnen von der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) sowie die DGB-Frauen rund um Heidi Stefan-Brenner das Frauenfest in Burghausen. Aus den kleinen Anfängen hat sich eine Veranstaltung entwickelt, die mit einem bunten Programm die lebendige Gemeinschaft im Landkreis Altötting widerspiegelt. Da der 8. März in diesem Jahr auf einen Sonntag fiel, weitete sich das Frauenfest zu einem Familienfest aus, das bereits nachmittags begann.

Anklänge an die alte Heimat: Abdulei freute sich besonders über die beiden Trommler aus dem Senegal.
 

Anklänge an die alte Heimat: Abdulei freute sich besonders über die beiden Trommler aus dem Senegal.

 

Kindergruppen übernahmen den Auftakt, und zu allererst präsentierten die Lindacher Trachtler mit einem Chiemgauer Dreher und einer Sternpolka traditionelle bayerische Tänze. Der Nachwuchs im internationalen Club Burghausen bezauberte in seinen beschwingten Aufführungen: Mit Schirm, Charme und Melone eroberten die "Confettis" die Bühne. Ein Feuerwerk an südamerikanischen Tänzen brannten ihre großen Vorbilder ab: "Aires Latinos" führten nach Chile, nach Kolumbien, in die Dominikanische Republik und nach Ecuador, die farbenprächtigen Kleider, mit Blumen bestickt, und weit fallende Volantröcke brachten Schwung in den Bürgersaal.

"Aires Latinos" entführten beim multikulturellen Frauenfest in die Welt Südamerikas: Mit wunderschönen, weit schwingenden Kleidern und mitreißenden Rhythmen begeisterten die Tanzpaare ihr Publikum im Bürgersaal. − Fotos: Resch
 

"Aires Latinos" entführten beim multikulturellen Frauenfest in die Welt Südamerikas: Mit wunderschönen, weit schwingenden Kleidern und mitreißenden Rhythmen begeisterten die Tanzpaare ihr Publikum im Bürgersaal. − Fotos: Resch

 

Großformatige Bilder aus fernen Ländern dienten als Kulisse. Anmutig nahmen die Philippinerinnen ihr Publikum mit auf einen Abstecher ins Inselreich. Die Liebe zum Leben feierte Brigitte Englert in ihrem Auftritt: Geschmeidige Bewegungen kennzeichnen den weiblichsten aller Tänze, den orientalischen Tanz. Ihr eigenes Bühnenbild hatten die "Calimeros" aus Emmerting im Gepäck. In einer rasanten Show bildeten sie den Höhepunkt des zweistündigen Programms.

Auch musikalisch war das internationale Frauenfest ein Genuss. Julia Popp spielte auf der Querflöte Mozart, zeitgenössische Musik boten Nicole Bergmann am Klavier und Valeria Stein mit ihrem ausdrucksstarken Gesang dar, und der Chor "Iwuschka" stimmte heimatliche Klänge an. Das Publikum bezogen die beiden afrikanischen Trommler mit ein: Idrissa Sene aus dem Senegal legten sich nicht nur rhythmisch ins Zeug, sondern studierten mit den Zuhörern auch den Refrain ihrer Stücke ein.

Dieses farbenprächtige Fest war nicht nur Multikulti, es war auch generationenübergreifend: Und alle hatten ihre Freude daran.
 

Dieses farbenprächtige Fest war nicht nur Multikulti, es war auch generationenübergreifend: Und alle hatten ihre Freude daran.

 

Ebenfalls kurz und knapp brachten die Redner ihre Grußworte vor. Allen gemeinsam war die Zuversicht, dass das in der vergangenen Woche verabschiedete Gesetz, den Anteil weiblicher Führungskräfte an börsenorientierten Unternehmen auf mindestens 30 Prozent anzuheben, ein Schritt in die richtige Richtung sei. Sowohl Dagmar Wasserrab, die den Nachmittag moderierte, als auch Heidi Stefan-Brenner von der DGB-Frauen hoben diesen Erfolg hervor. Das beispielhafte Zusammenwirken beim Burghauser Frauenfest über Religions- und Herkunftsgrenzen hinweg unterstrich MdL Günther Knoblauch. Und auch Bürgermeister Hans Steindl zeigte sich stolz über die Internationalität und die weltoffene Einstellung seiner Stadt. Als Beleg führte er das Verfahren um das Asylbewerberwohnheim in Lindach an, das problemlos und ohne einen einzigen Einwand durchgegangen sei. "Das konnte die Regierung in München gar nicht glauben", sagte Steindl und betonte: "Wir sind uns eben unserer Verantwortung bewusst."
-Von Michaela Resch

 
 

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