ANA 23.03.12: Vollmar-Medaille für Erika Maurer

Veröffentlicht am 24.03.2012 in Presse

Höchste Auszeichnung der bayerischen SPD als Anerkennung der Verdienste in 70 Kinderkleiderbasaren

Burghausen. Am Anfang stand eine Idee. Aber ohne die Tatkraft und die Fähigkeit, andere für das gemeinsame Werk zu begeistern, wäre daraus wenig geworden. Die Rede ist vom Kinderkleiderbasar der SPD-Frauen und von Erika Maurer, die diese Einrichtung zum Nutzen von so vielen Menschen geschaffen hat. Anfang dieses Monats fand dieser zweimal im Jahr ablaufende Basar zum 70. Mal statt. Längst ist daraus ein "gemeinnütziges Großunternehmen" geworden, wie Annette Karl, stellvertretende Landesvorsitzende der SPD heraushob. Karl war am Mittwoch zu einer besonderen Feier ins Hotel Post gekommen. Sie ehrte Erika Maurer mit der Georg-von-Vollmar-Medaille, der höchsten Auszeichnung der bayerischen SPD.

Rückblick: Erika Maurer war gerade Ortsvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) geworden. Es war das Jahr 1977 und Maurer informierte sich in Erding über ein neues Projekt − einen Kinderkleiderbasar. "So was machen wir auch", sagte sie sich spontan. Doch in Erding war das eine regelmäßige Tauschbörse. Für Burghausen war das nicht geeignet. Am 4. November 1977 fand der erste Basar statt. Schon damals lautete das Motto − Hilfe auf Gegenseitigkeit. Das ist ebenso geblieben wie die Regelung, zehn Prozent vom Verkaufserlös für Unkosten einzubehalten. Außerdem unterstützen die Frauen damit soziale Anliegen. In den letzten zehn Jahren konnten so 25 000 Euro für gemeinnützige Anliegen verwendet werden. Beim Jubiläumsbasar wurden das Rote Kreuz und das Wasserprojekt Camargo für Bolivien mit je 500 Euro unterstützt. Außerdem finanzierte die AsF den Transport nicht abgeholter Kleidung nach Rumänien und Afrika, wo sie an Bedürftige verteilt wird.

Es ist ein bewährter Kreis von Helferinnen, die inzwischen mit Routine und manche schon in der dritten Generation den Basar organisieren. Die AsF kann dafür auf einen Kreis von rund 350 Frauen zählen sowie auf 15 Männer, die beim Aufbau helfen. Beim letzten Basar wurde ein neuer Rekord geschrieben. 33 895 Artikel wurden angeliefert und ausgezeichnet, davon 24 414 verkauft, was eine Quote von 73,6 Prozent bedeutet. Inzwischen haben Erika Mauer und die heutige AsF-Vorsitzende Dagmar Wasserrab ein Dreierteam zur Steuerung des Basars an der Seite und es gibt zudem ein größeres Führungsteam. Die Struktur hat sich bewährt. Der Basar klappt jedes Mal bestens.

Mit Blumen und einem Gutschein überraschte 2. Bürgermeisterin Christa Seemann (links) Erika Maurer.

Und er ist auch bei allen Bevölkerungsschichten verankert, wie Dagmar Wasserrab bei der Ehrung Maurers herausstellte. "Zu Beginn war unsere Absicht eigentlich, Arbeiterfrauen eine günstige Kaufmöglichkeit zu bieten. Aber es kamen von Anfang an auch Wohlhabendere."

Erika Maurer war bis 1985 AsF-Vorsitzende, danach Stadträtin und 3. Bürgermeisterin und arbeitet noch heute als Kreisrätin für die Belange von Burghausen und speziell Raitenhaslachs, wo ihr Herz zu Hause ist.

Verliehen hat Maurer die Vollmar-Medaille das Präsidium der bayerischen SPD auf Antrag des der Kreis-SPD und ihres Vorsitzenden Franz Kammhuber. Zur Verleihung kam die stellvertretende Landesvorsitzende Annette Karl aus Neustadt an der Waldnaab eigens nach Burghausen. Karl stellt heraus, die Medaille werde Menschen verliehen, die sich "in großem Maße für die Grundwerte der Sozialdemokratie engagiert und ausgezeichnet haben". In Erika Maurer sah sie Parallelen zu Georg von Vollmar, der Mitgründer der bayerischen SPD und ab 1894 deren erster Landesvorsitzender war. Karl: "Vollmar hielt viel mehr von praktischer Arbeit als von sozialen Theorien. Er packte konkret an, um Änderungen herbeizuführen. Das war auch immer Dein Grundsatz, liebe Erika", stellte sie heraus und fügte hinzu: "Deshalb kenne ich auch niemand, der diese Medaille mehr verdient hätte als Du." Die Auszeichnung verstand Karl auch als Zeichen für junge Menschen, die auf Sinnsuche sind.

2. Bürgermeisterin Christa Seemann würdigte insbesondere die so präzise Arbeit der Basarhelferinnen. "Du warst der Motor des Basars, hast das Konzept entwickelt und über die Jahre perfektioniert", lobte sie, überreichte Blumen und einen Gutschein für ein festliches Abendessen.

SPD-Ortsvorsitzender Franz Kammhuber stellte den Wert des Basars für junge Familien heraus. Zusammen mit seiner Stellvertreterin Sabine Bachmeier hatte er zudem eine Überraschung dabei: Jede Dame − anwesend bei der Feierstunde war das gesamte Führungsteam und damit rund 30 Frauen − bekam eine Rose und Pralinen.
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Georg von Vollmar wurde 1850 in München geboren und starb 1922 in Urfeld am Walchensee. Er war Chefredakteur des Zentralorgans "Der Sozialdemokrat" während Bismarcks Sozialistengesetzen, wurde mehrfach verhaftet, saß wegen Majestätsbeleidigung sogar im Gefängnis. 1881 zog er für den sächsischen Kreis Mittweida in den Reichstag. Von 1893 bis 1918 war er dann Mitglied im bayerischen Landtag. Da zählte er längst zum reformistischen Parteiflügel, also zu den Pragmatikern. Zwei Unfälle beeinträchtigten ihn schwer. Deshalb legte er auch 1918 seine Mandate nieder.

 
 

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